Mein Praktikum bei ManduTrap

Wieviel Nachhaltigkeit bei einem Label wirklich vorhanden ist, stellt sich erst dann heraus wenn man hinter die Kulissen blickt.
Von schlechten Erfahrungen von einem vorherigen Praktikum geplagt, dass weder ethisch korrekt produzierte noch im Zwischenmenschlichen keinerlei Sympathie mit sich brachte, war ich mehr als froh endlich angekommen zu sein.
Ich heiße Laura, studiere Modedesign und mache noch kurz vor meinen Bachelor mein Pflicht-Praktikum bei ManduTrap. Ich möchte euch dieses Label aus meinem Blickwinkel vorstellen und mit euch meine Erfahrungen teilen, euch also hinter die Kulissen bringen.
Ich bewarb mich online und bekam kurz darauf eine Einladung zum „Kennenlerngespräch“ (Vorstellungsgespräch hört sich nämlich viel zu formell an 😉 ), nach einem kleinen Ausflug ins Nebengebäude, mit beinhalteten kurzem Treppen-Workout, fand ich dann doch den richtigen Weg in den Formfischer, dem süßen kleinen Laden, in dem sich auch das Atelier von ManduTrap befindet. Ich wurde gleich von Min-Wha und Damar empfangen und nach einem netten Gespräch, kurz durch den Laden und das Atelier geführt. Mich überraschte zunächst, dass alles vor Ort auch produziert wird und das die Beiden alle Aufträge selbst zuschneiden, nähen und zum Versand fertig packen.
Abgesehen von der persönlichen Sympathie den beiden gegenüber, fand ich es echt schön, dass man dann wirklich bei jeden Produktionsschritt dabei ist und überall auch mit anpacken kann.
Zunächst wollte ich erst Anfang April das Praktikum antreten, Min-Wha bot mir aber an, kurz vor dem Shooting der aktuellen Kollektion anzufangen, was ich natürlich super spannend fand und einen tollen Einstieg für die nächsten 18 Wochen bietet.

Was mir gleich auffiel war das super Verhältnis zwischen Min-Wha und Damar. Natürlich sind beide Arbeitskollegen, aber eben auch Freunde, das spürt man sofort und nimmt man bei dem gemeinsamen Arbeiten sofort wahr.
Generell ist man auf Augenhöhe und das auch als Praktikant. Ich habe schon einige Praktika in und außerhalb der Modebranche absolviert und nie hatte ich mich mehr integriert gefühlt als hier.

Das Foto Shooting machte Spaß und das ganze Team, mitsamt Model und Visa, harmonierte, was letztendlich dann auch auf den Bildern sichtbar ist.
Aber auch als sich der „Alltag“ einstellte, blieb der Spaß enthalten.
Es herrscht prinzipiell (und das auch in stressigeren Situationen) eine positive Grundstimmung, jeder wertschätzt den anderen und mir wurde auch niemand bei den sicherlich einschleichenden Fehlern und vor allem den zunächst Anfangsschwierigkeiten mit den Maschinen und den Hauptmaterial Jersey, böse.
Denn genau da lag auch der Schwerpunkt meiner Aufgaben: der Fertigung der Kleidungsstücke. Angefangen von der Schnittentwicklung, dem Zuschnitt und letztendlich dem Nähen, war alles mit dabei.
Aber auch Aufgaben, die vielleicht nicht so viel praktische Arbeit beinhalten, wie zum Beispiel das beliebte Thema Steuererklärung, waren mit von der Partie. Ich glaube, dass genau da auch der große Vorteil bei kleineren Unternehmen liegt: man ist eigentlich immer, bei jeder Situation und jedem Aufgabenbereich, ein Teil von dem Team und kriegt somit auch einen hilfreichen Rundblick und die Erkenntnis, dass eben auch mehr dahinter steckt, als die Produktion der Kleidungsstücke.

Ich freue mich auf die nächsten, leider auch letzten, Wochen und bin gespannt welche Aufgaben noch auf mich zu kommen werden.